#2 Irgendwann bist du nicht mehr das Kind

Shownotes

Irgendwann verändert sich etwas. Nicht laut, nicht plötzlich – aber spürbar. Die eigenen Eltern werden älter, brauchen Unterstützung oder sind auf einmal nicht mehr die unerschütterlichen Menschen, für die man sie immer gehalten hat.

In dieser Folge sprechen wir darüber, was es mit einem macht, wenn sich die Rollen innerhalb der Familie langsam verschieben. Über Krankenhausanrufe, ungeklärte Unterlagen, Verantwortung, die plötzlich zurückkommt – und über den Moment, in dem man merkt, dass man selbst nicht mehr das Kind ist.

Dabei geht es nicht nur um Verlust und Trauer, sondern auch um Verantwortung, Organisation und die Frage, wie man mit diesen Themen umgeht, bevor sie einen unvorbereitet treffen.

Eine persönliche Folge über Eltern, Familie, Überforderung, Realität – und darüber, warum es sinnvoll sein kann, manche Gespräche früher zu führen, als man denkt.

Transkript anzeigen

00:00:00: Ja Andreas, guten Abend.

00:00:02: Willkommen bei einer weiteren Folge von unserem Crunchtime Podcast extra für die Männer.

00:00:08: hier unterhalten sich dann zwei davon und ja heute haben wir direkt ein etwas schwereres Thema mitgebracht.

00:00:16: aber an der Stelle dann erst einmal einen wunderschönen guten Abend Andreas.

00:00:20: Hi Tobias!

00:00:23: Wir reden heute drüber dass Eltern älter werden, also nicht nur wir werden Älter sondern auch die Eltern werden älte und irgendwann kommt es natürlich auch dazu das jemand stirbt.

00:00:36: Und was macht mit uns?

00:00:38: Was macht es mit der Rolle?

00:00:43: Woraus entsteht dann eine gewisse Herausforderung wenn man sonst im Leben auch schon ganz gut ausgefüllt ist?

00:00:50: oder so kann man sagen

00:00:52: Ja, es ist ehrlicherweise ein Thema was ja dann So'n bisschen spontan vor der Seite reingeflohen kommt obwohl's eigentlich gar nicht so spontan isst.

00:01:02: Wir haben jedes Jahr Geburtstag unser Eltern genauso.

00:01:05: dementsprechend muss man da am Ende einfach nur weiterzählen und Jeder kennt glaube ich die Altersrange in der das durchschnittlich Die Durchschnittliche Lebenserwartung erreicht ist.

00:01:17: Die Nährmann den Punkt kommt hatte ich zumindest immer so ein bisschen das Gefühl naja Gucken wir mal, ne?

00:01:24: Also durchschnittschappen war schon noch.

00:01:26: Jetzt ist es dann halt eben bei mir beispielsweise im einen Fall so gewesen dass der Durchschnitt nicht mehr erreicht wurde und das macht dann schon was mit einem finde ich festzustellen naja hoppala.

00:01:40: also meine meine Eltern sind ja ein Leben lang immer so ein bisschen die Anlaufstation vielleicht auch so ein bischen im Heldenkostüm und auf einmal bröckelt diese Diese Fassade einfach altersbedingt gar nicht bei den Eltern, sondern in meinem eigenen Kopf.

00:01:58: Das war für mich eine Erfahrung... Da ist was mit mir passiert.

00:02:05: Das hatte ich so nicht auf der Rechnung.

00:02:09: Ich würde es bei mir beschreiben, die Eltern funktionieren ja für sich dann hast du irgendwann im Leben diese Entscheidung jetzt kümmere ich mich mal um ein Leben Dann kommt da Partnerin dazu Nachwuchs kommt dazu.

00:02:26: Und dann bleibst du ja so lange in dem Modus mit die Eltern, kommt schon alleine klar und ich komme auch alleine klar also wir leben

00:02:32: Du kannst dein Kind hin und wieder auch mal super abschieben

00:02:34: genau Also ist es eher

00:02:35: eine Funktion Es

00:02:37: ist eher so ne Entlastungsfunktion?

00:02:39: Und jetzt kommt ein moment in dem dann das erste Mal auch gefragt wird ob du helfen kannst glaube ich.

00:02:45: das ist dann der punkt wo diese wo diese Situation entsteht, die wir heute besprechen wollen.

00:02:56: Wobei es ja nicht so ist, dass die Frage kommt.

00:03:01: Ich will gar nicht sagen, das ist ein subtiles Ding, was da drin ist.

00:03:06: Es kommt irgendwann zu der Feststellung, dass so ein Moment dann eben passiert, wo ich für mich feststelle um Himmels Willen ... meine Eltern sind alt geworden!

00:03:20: Und genau das, was ich gerade meinte.

00:03:24: Dieser Superheld im Kostüm, der bröckelt so ein bisschen, weil er vielleicht ein bisschen Flügel lahm geworden ist.

00:03:30: Beispielsweise wenn dann... Also es gibt so ein paar körperliche Anzeichen, weiße Haare und all so Zeug, davon habe ich jetzt auch schon drei Stück.

00:03:41: Aber keine Ahnung, also wenn dann beispielsweise mal ein Sturz ist oder irgendwie sowas.

00:03:46: Und auf einmal läuft dann bei meinem Fall so... Also der Vater mit dem Rolator auf einmal durch die Gegend, den ist er danach wieder los geworden.

00:03:55: aber das sind dann so die ersten Momente, die kommen nicht auf dich zu im Sinne von ich brauche mal Hilfe oder so was?

00:04:01: In meinem Fall zumindest nicht so sondern du stehst dann da und denkst ja hoppala!

00:04:07: Was war das denn jetzt für eine Zeitreise?

00:04:09: Wo habe ich dir einen Absprung

00:04:09: verpasst?!

00:04:11: Ja, ich kann sogar noch ein bisschen verdeckter beschreiben.

00:04:16: Du bekommst im Nachgang die Info das was war.

00:04:18: aber du hast den nachgang bekommen weil man dich schützen wollte weil du hast so viel zu tun.

00:04:23: wo du dann also so war bei mir glaube es war herz rhythmus störung oder ähnliches bei der mutter und dies übrigens in krankenhaus.

00:04:34: ich glaub so ungefähr wars na und Aber dich haben wir nicht informiert, weil du hast dir zu tun und bist sehr beschäftigt.

00:04:40: Und dann kommt ja das Gefühl auf habe ich mich nicht genug gekümmert?

00:04:45: bin ich nicht aufmerksam genug bin ich gar nicht so richtig drauf eingegangen?

00:04:49: Neigt mir auch dazu wenn man einen ausgefüllten tach hat erst mal abzuwiegeln und zu sagen naja ist schon nicht so schlimm.

00:04:56: Und dann erkennt man einfach okay da wird mehr gebraucht als man gedacht hat

00:05:02: Ja und vielleicht auch wahrhaben wollte

00:05:05: Ja, weil es halt auch leichter ist natürlich nicht gebraucht zu werden.

00:05:09: Ja klar.

00:05:11: Ich bin total dabei ist glaube ich ganz ganz schwer halt eben so in dieses Bewusstsein in diese neue Rolle dann halt eben reinzuwachsen dass man an der Stelle dann halt nicht nur Verantwortung für seine Nachwuchs hat oder für sein eigenes Familie sondern da halt eben dann auch ja Verantwortung quasi nach oben Besteht.

00:05:34: also bei einer Lieblings-Szene ist immer dann wieder mal mit meiner Mutter übers Handy zu telefonieren.

00:05:40: Also da treffen zwei Welten aufeinander, die werden sich auch nicht mehr grün in diesem Jahrtausend.

00:05:45: und ich hatte vor kurzem meine Mutter gebeten mir ein Foto über WhatsApp zu schicken.

00:05:51: Das endete darin dass sie mich... angerufen hat und gefragt, wo sie jetzt drauf drücken muss.

00:05:57: Das ist ja dann so... Jetzt muss man da halt immer mal schauen wie alt sind die Eltern an der Stelle?

00:06:04: In welchen technologischen Zeitalter sind sie groß geworden?

00:06:06: Und welche Hürde ist das an dieser Stelle auch?

00:06:09: Aber also der technische Fortschritt über den wir uns immer freuen bedeutet für die Herrschaften meistens durch eine Herausforderung

00:06:21: Ja oder sie brauchen halt jemanden, der es erklärt und sie dürfen sich nicht zu schade sein zu fragen.

00:06:27: Wobei das bei uns ziemlich gut war.

00:06:31: am Anfang hieß es ja wofür brauche ich das?

00:06:32: Das brauche eigentlich nicht.

00:06:34: aber wenn dann die Enkel Bilder schicken oder so Dann ist die Motivation relativ hoch sich mit dem Thema zu beschäftigen Und dann ist das iPhone auf einmal auch Standard.

00:06:43: also so habe Ich jetzt kennengelernt obwohl da meine Mutter den ersten iPhone auch schon für sechzig war glaube ich.

00:06:52: Also Fazit ist ja, diese Rollen verschieben sich.

00:06:56: Von dem klassischen Eltern-Kind verhalten wo wir als die Kinder wie alt wir auch immer sind immer noch dran erinnert werden Pullover anzuziehen wenn es draußen kalt ist im Endeffekt dann in die verantwortliche Rolle kommen in die unterstützende Rolle kommen In die Rolle kommen etwas anzusprechen.

00:07:18: also wir kommen ja fast in die Elternrolle kann man sagen je nachdem wie halt die konzentrierte

00:07:23: sehr unterstützende rolle ja und Könnt ihr dann auf einmal auch sehr unangenehme situationen kommen weil und das hattest du im titel auch schon gesagt du sprichst Ja, dann hat eben auch irgendwann übers elter werden und übersterben.

00:07:37: Und gerade gerade bei sowas ist es ja dann immer gut wenn du da Naja, die grundlegenden Themen halt irgendwie mal angesprochen hast.

00:07:49: Also ich denke es ist nicht verkehrt wenn man sich irgendwo in älteren Sechzigfünfundsechzig dann also langsam mal um das Thema Patientenverfügung und weiß es sich was alles?

00:08:02: Welche Konten habe ich denn?

00:08:05: Es hat ja nichts mit Erbschleicher zu tun sondern einfach so eine gewisse Transparenz.

00:08:10: Dann halt eben mit den eigenen Kindern beziehungsweise das dann halt eben auch so ein Stück weit von den Eltern.

00:08:15: Einfordert ist das falsche Wort aber halt eben.

00:08:17: dann sagt eine Denk daran könnte sein, dass das schnell passieren könnte und es wäre gut wenn wir dann halt die Möglichkeit haben da hat ihm dann auch zu reagieren.

00:08:28: Also da kann ich sagen was ist auf der einen Seite etwas leichter macht als wenn man Betrieb hat.

00:08:33: das war jetzt bei uns der Fall.

00:08:35: Weil dann der Steuerberater sagt, ja wenn du irgendwann den Rente willst und willst Rente beziehen, muss der Betrieb abgeben.

00:08:41: Sonst kriegst ihr von der Rente nichts Wenn du die Einkünfte weiter hast.

00:08:46: Und dann kommt das Thema im Paket und sagt er okay wir machen ein betriebsübergabe Du magst übrigens gleich noch die Patienten verfügungen mit Zack zack zack und so.

00:08:58: Der Steuerberat ist auch ganz gut drin zu sagen Gibt doch mal was weg.

00:09:03: Also das muss natürlich in die Familie reinpassen und da hat jeder unterschiedliche Szenarien und unterschiedliche Verhältnisse, würde ich sagen.

00:09:11: Aber da kann ich jetzt berichten dass wenn Dritter irgendwo so eine unterstützende, beratende Rolle hat... Das kann jetzt der Steuerberater sein, wenn es sehr kaufmännisch ist dann spricht man strukturiert drüber weil dann sagt man okay wann wollen wir das wie regeln?

00:09:28: damit's passt auch mit dem Renteneintritt?

00:09:31: Der in Deutschland immer noch so ein wie wenn er so an Zaun genagelt ist, irgendwie.

00:09:36: Und dann bespricht man diese Themen und dann übernimmt man auch die Verantwortung ein Stück automatisch und kann aber dann auch ganz bewusst drüber sprechen.

00:09:46: wo möchte denn jemand dran festhalten?

00:09:50: Die und die Themen möchte ich aber behalten, auch wenn ich in die Rente wechsle.

00:09:56: Alles was wir bisher besprochen haben es immer noch einen super.

00:09:59: Ich habe es in der Vorbereitung schöner Zustand genannt, weil bei diesem schönen Zustand spricht man drüber.

00:10:07: Bereitet sich gemeinsam drauf vor oder streitet vielleicht auch darüber aber man behandelt's gemeinsam.

00:10:14: Es kann ja auch mal eine böse Überraschung kommen dass jemand nicht mehr da ist und das ist nichts geregelt.

00:10:18: Das ist natürlich nochmal das krasseres Szenario Dass man wirklich reingeworfen wird, dass wir von heute auf morgen mit der Konfrontation mit der Situation konfrontiert wird, dass man nicht mehr drüber sprechen kann.

00:10:32: Das ist auch noch mal vielleicht die etwas stärkere Variante von dem was wir heute besprechen.

00:10:40: Ich würde nicht sagen das ich an der Stelle reingeworfen wurde.

00:10:42: also meine Eltern haben sie schon rechtzeitig Fragezeichen, ich weiß nicht wann das ist aber Sie haben sich frühzeitig um das Thema Patientenverfügung gekümmert.

00:10:53: im ersten Moment Dadurch, dass sie im Ausland gewohnt haben oder wohnen halt eben dann vor allem im eigenen Interesse.

00:10:59: Das heißt, die haben sich erst mal selber dann halt entsprechend vertreten und in dem Zuge sind wir als Kinder dort auch mit aufgenommen worden und von daher war das Thema relativ schnell erledigt.

00:11:12: was jetzt aber dann und das nehme ich zumindest für mich am Ende schon so wahr war das sehr schnelle Ableben eines Elternteils, dass du danach dann halt eben wirklich in ... ja so ein bisschen im Dunkeln umherstapfst und die Themen dann halt regeln musst.

00:11:33: Das stelle ich fest oder habe festgestellt ist also alles andere als einfach weil du ... naja es ist so ein bißchen zweigleisig ne?

00:11:42: Also einerseits hab' ich grad einen Elternteil verloren Und hab sicherlich da auch ein gewisses Anrechter drauf, da hat ihm dann drum zu trauern und das damit auch so umzugehen wie ich das vielleicht möchte.

00:11:56: Möchte ich Abstand, möchte ich nah sein, möchte was auch immer sein und gleichzeitig habe ich eben aber so eine gewisse Verpflichtung mich dann halt eben auch quasi um alles was danach dann halt passiert.

00:12:06: Hat der andere Elternteil... Wie sieht es aus mit der Rente?

00:12:12: Was ist Mitwirt für die Rente und solche ganzen Themen?

00:12:15: Gerade wenn du finanziell dann halt eben nicht in den Millionen schwimmst, ist das ein Thema was dann sehr schnell an Bedeutung gewinnt.

00:12:21: Bin ich ganz ehrlich und wo dann aber halt eben ehrlicherweise auch alles andere so ein Stück weit im Hintergrund gerückt ist?

00:12:29: Wo ich für mich das Learning drausgezogen habe jetzt wo ich doch noch ein paar Jahre bis zu dem Zeitpunkt dann hoffentlich habe, wo ich sagen das möchte ich meinen Kindern nicht antun Gar nicht gar nicht böse meinen Eltern gegenüber gemeint, sondern wo ich denke naja also es gibt heute sehr viel womit ich das strukturieren kann ähnlich so wie du sagt sagst.

00:12:48: Es gibt halt eben bei uns keinen Betrieb der übergehen kann.

00:12:50: von daher wird's ja kein Steuerberater drum kümmern.

00:12:53: Sondern ist ein Thema was ich halt eben dann aufbereiten muss mit der Erfahrung die jetzt gerade gemacht habe um da halt eben Dann genau diesen moment der um den ich mich jetzt nicht beraubt, aber zumindest mal beinträchtigt fühle.

00:13:12: Den halt eben dann einfach meinen Kindern nehmen zu können.

00:13:16: Ja also ich sehe die.

00:13:17: im Falle eines Todes und des Elternteils sehe ich Die anstehende Arbeit von zwei aus zwei Sichten ein bisschen ähnlich wie du.

00:13:28: auf der einen Seite Zwingte ein sich mit der Zukunft zu beschäftigen.

00:13:34: Also man kann nicht in der Trauer verharren.

00:13:38: Das ist der positive Aspekt.

00:13:40: Man muss sich ja mit der Zukunft beschäftigen, man muss das aufstellen und kümmern.

00:13:44: Es gibt auch Leute die sind dann zur Miete und dann muss die Wohnung geräumt werden und ähnliches.

00:13:52: Also es muss nach vorne gehen und das andere ist aber auch... Die Organisation hält dich schon ein Stück von der Trauer ab empfand ich so.

00:14:00: Mein Vater ist auch gestorben, aber er ist schon viele Jahre her.

00:14:04: Man kann sich natürlich an dem Stift und den Block festhalten in dem Moment, wo man dann organisiert.

00:14:09: Auf der anderen Seite geht diese Zeit auch ein bisschen wie im Tunnel nahe und mal verdrängt eventuell die Trauerarbeit.

00:14:17: also so habe ich es empfunden.

00:14:19: Sehr ähnlich!

00:14:20: Also fühle ich sehr ähnlich.

00:14:22: bei mir ist es ein bisschen frischer als bei dir aber ich hab wirklich so... Also ich warte noch auf dem Moment wo's mich ein Stück weit einholt.

00:14:32: Der Todmann des Vaters sitzt jetzt drei Monate her Und seitdem ist halt eben sehr viel zu organisieren und zu tun, die Konstellation auch nicht so ganz einfach.

00:14:44: Das was ich gerade beschrieben habe, ich hab teilweise schon das Gefühl dass es so ablenkt, dass sich in dem Punkt der Trauer vielleicht nicht so, dass dem nachgehen kann wie ich ... Ich weiß nicht, wie ich's gedacht habe oder die falsche Formulierung, aber wie es für mich erwartet hätte und hab so ein bisschen noch die Befürchtung, dass das also in dem Moment wo die Dinge dann halt eben alle abschließend geregelt sind.

00:15:07: Und das kann ja durchaus noch ein halbes bis ein ganzes Jahr dauern.

00:15:10: Dass es dann halt irgendwo nochmal einen Moment gibt, wo's mich dann also einholt.

00:15:15: Aber bleibt abzwerden, ne?

00:15:17: Aber so'n Moment, wo man sagt ich erlebe jetzt grad was, das möchte ich meinen Kindern nicht zu muten, hatte ich auch gar nicht so schwer sondern da gehts darum den Dachboden auszuräumen der fuchzig Jahre nicht mal ausgeräumt war Und das ist ja auch ein Anfang der Vorbereitung, also andere Kulturen machen es glaube ich anders.

00:15:36: Ich habe glaube ich mal gelesen die Japaner machen so, da bereitet jeder seine eigene Beerdigung vor oder viele und legen dann Orgner an und sagen so und so will ich das regeln und... Bist eine

00:15:46: super Idee!

00:15:47: Also gerade aus der heutigen Position finde ich das eine super Idee.

00:15:51: Und sorgen dafür, dass der Dachboden ausgeräumt ist bevor er ausgeräuscht werden muss, formuliere ich es jetzt mal so und also das als Learning mitzunehmen und zu sagen wenn ich irgendwo was vorbereiten kann dann bereite ichs vor Dann ist es vielleicht auch ein natürlicher Umgang damit und da muss sich ja nicht verdrängen kritisieren, ob das jemand richtig oder falsch gemacht hat von unseren Eltern sondern nur das Learning fürs eigene Leben drausziehen.

00:16:24: Wenn ich das Gefühl habe dass es Zeit ist sich damit mal zu beschäftigen kann ich mich damit beschäftigen.

00:16:29: und die Patientenverfügung kann man wahrscheinlich gar nicht früh genug ausfüllen weil wenn's dem Auto Unfall irgendwo erwischt wird dann kannst du auch nichts mehr entscheiden Und dann kriegt man glaube ich ein ziemlich solides normales Verhältnis zum Leben auch Stück also.

00:16:47: Der Tod gehört halt dazu, sich auf Sachen vorzubereiten.

00:16:50: Gehört zum verantwortungsvollen Leben, so würde ich es mal ausdrücken und von daher lohnt sich's da drüber zu überlegen was könnte das für Punkte sein?

00:17:01: Und wie kann ich damit umgehen?

00:17:05: Naja also einerseits du aus deiner Position derjenige der Altert aber eben aus der heutigen Position des Betroffenen heraus Geht das ja auch in zwei Richtungen, also ich hab nach unten den Nachwuchs, den ich halt eben in gewisser Weise verantwortungsvoll entwickeln möchte.

00:17:20: An derseits ist es halt eben auch ein Stück weit.

00:17:22: dann so eine Position an zwei Fronten ohne dass das Kriegsnähe haben soll.

00:17:28: aber du hast ja quasi zu deinen Eltern Eine gewisse Position, wo du dann halt eben versuchst Dinge zu entwickeln und weiterzuentwickeln genau dahin.

00:17:36: Weil es ja auch einfach ehrlicherweise ein unangenehmes Thema ist.

00:17:39: Also du fährst ja nicht zur Kaffeekuchen bei Oma und Opa vorbei mit den Kindern schickst die in Garten und sagst ach übrigens ich wollte mal über das Thema Tod sprechen.

00:17:47: Und wenn's das magst, dann kommt sehr Unangenehm rüber?

00:17:50: Ja, aber einfach dieses... dieses muss das Thema ja nicht tot nennen, aber ganz am Ende läuft es halt eben irgendwo ein Stück weit drauf hinaus.

00:18:00: Ich

00:18:01: glaube die deutsche Sprachregelung ist immer sind denn die Sachen geregelt?

00:18:05: Die Nachlassregelungen oder irgend so

00:18:07: schönes.

00:18:07: Und und und das betrifft dir dann vielleicht auch schon dass man weiß wo steht in der Ordner mit der Lebensversicherung?

00:18:12: oder wo steht denn überhaupt der ordner mit den Versicherungen, dass wenn einer nicht mehr durchblickt...

00:18:17: Hat das so fall!

00:18:18: Also jetzt gerade meine persönliche Erfahrung.

00:18:22: ich habe Die Ordner gibt es nicht, bei uns.

00:18:26: Und ich hab gerade so ein Stapel im Arbeitszimmer meines Vaters gefunden mit der Varianz von dreizehn Jahren und den darf ich grade durcharbeiten und muss dann halt eben gucken was da drin ist.

00:18:38: Ich habe keine Ahnung ob das vollständig ist.

00:18:40: Gott sei Dank schützt mich das recht so ein bisschen an der Stelle nur nach bestem Wissen und Gewissen.

00:18:44: aber nichtsdestotrotz ist also wo ich mir denke ja das Thema ist super unangenehm.

00:18:51: Ich möchte ehrlicherweise über meinen eigenen Tod auch nicht sprechen, aber ich finde es super wenn ich es also mein Mein bestreben ist dass es vielleicht irgendwo den digitalen ordner dann halt eben gibt wo meine ganzen sachen drin sind die jetzt wichtig sind Also meine Kinder dann nur noch drauf zugreifen können und dann haben sie alles.

00:19:09: Es geht ja nicht darum, dass ich quasi zur Schaustelle was vielleicht zu Erben gibt oder das sich jetzt schon bewährte, was für Werte da ist.

00:19:19: So würde ich mich gar nicht einschränken lassen wollen.

00:19:21: aber wenn man dann halt eben da mal reinschreibt und sagt ach übrigens bei der und der Bank unter dem und dem Konto-Nummer habe ich ein Konto.

00:19:29: Und dann weiß man zumindest schon mal einen Ansatz wo man suchen soll.

00:19:33: Weil jetzt also Varianz von drei zehn Jahren haben wir so schnell nicht durchgearbeitet bekommen und waren dann also schon ein bisschen in der Fragestellung.

00:19:40: Naja, also wie machen was jetzt für die Mutter?

00:19:44: Wie finanziert sich das weiter?

00:19:46: Wie financiert sie sich weiter?

00:19:47: Was können wir halt im anderen Stelle tun?

00:19:50: Haben Sie am Ende geregelt bekommen?

00:19:51: aber den Punkt, die drei Wochen vier Wochen gedauert hat um es rauszukriegen war mein Schlaf jetzt nicht so sonderlich toll.

00:20:00: Er muss erst mal eine gute Ablage machen und dann musst du eine Inventur machen, kann man sagen.

00:20:04: Und was ist denn alles da?

00:20:05: Im besten Fall hast du neunzig Prozent abgedeckt und wirst nur noch von zehn Prozent überrascht, wo dich irgendwann mal einer anschreibt... Warum denn hier oder da noch irgendein KFZ angemeldet ist.

00:20:15: und du sagst also ist sicherweise mir jetzt passiert.

00:20:19: Von meinem Opa ist ein Fahrzeug angemeltet.

00:20:21: ich wusste gar nicht dass das existiert.

00:20:24: Irgendjemand hat mich irgendwo als irgendwie Erbe genannt, wobei ich von dem Opa aber nix geerbt hab.

00:20:30: Weil das war ein ganz anderes Haus in einer anderen Ort und so weiter... Und dann musste ich erst mal in der Familie recherchieren was das für ein Fahrzeug ist und ob das jemand kennt.

00:20:42: Also da hilft es vielleicht einfach mal etwas Transparenz herzustellen und wie du sagst er zumindest zu sagen Ich habe es digital irgendwo abgelegt und ihr findet dort oder hier im Schrank steht ein Ordner, der ist so und so sortiert.

00:20:55: Und wenn's um das Thema geht dann findest du mehr.

00:20:59: Du kannst ja an dieser Stelle auch den etwas kostenintensiveren Weg gehen?

00:21:04: Kannst du da also Notar suchen oder einen Rechtsanwalt?

00:21:08: Je nachdem wie komplex das eigene Leben ist, wenn ich natürlich nur vier Versicherungen hab... zwei Konten, dann kann ich es auch in einem Nachmittag mal kurz erklären.

00:21:17: In zwei Stunden und kann sagen dort und dort wie du sagst hier sind die Karten von meinem Bankberater und da ist die Nummer und ich sage dir das Passwort jetzt nicht aber ich leg irgendwo einen Umschlag hin, wie du sagtest beim Notar hinterlege ich was für dich.

00:21:34: Also man muss.

00:21:34: es glaube ich also der Knackpunkt ist nur Ich muss es nach vorne blickend organisieren Und wenn ich als Kind mit meinen Eltern drüber rede Muss ich es vielleicht schaffen, dass man konstruktiv und vielleicht mit einem gewissen Humor auch damit umgeht.

00:21:50: Und sagt Ich will dir nichts und du musst nicht.

00:21:52: aber Es wäre glaube ich einfacher als wenn wir nicht drüber reden und schieben's in die Zukunft und das ist dann In der Schnitzeljagd am Ende oder halt nur von Beleg zu Beleg suchst und guckst ob du irgendwelchen Nummern findest und dann sagt jemand Du hast ja überhaupt keinen Befugnis Du musst ja mir erstmal eine Sterbeurkunde zuschicken für irgendwas, damit ich dir überhaupt mal einen Auszug vom Bausprachvertrag schick oder sowas.

00:22:18: Ja das stimmt schon und das versetzt natürlich die Kinder dieser Eltern uns in der Lage dass da ab einem gewissen Punkt Arbeit zurück kommt, die wir eigentlich gar nicht mehr aus dem Schirm hatten.

00:22:32: So geht es mir so.

00:22:34: Du gestaltest dein Leben, du kriegst deinen Leben im Griff, denkst jetzt ist cool Und dann kommt auf einmal so wie so ein bummer an was zurück wo du sagst ja aber damit hatte ich mich jetzt zehn oder fünfzehn Jahre nicht beschäftigt und jetzt darf ich wieder.

00:22:48: Jetzt darfst du wieder.

00:22:49: das kommt ja auch immer im unpassenden moment.

00:22:51: also ganz klarer fall davon.

00:22:54: bei uns ist es jetzt so dass der große langsam, naja ich will nicht sagen weniger arbeit verursacht aber eigenständiger wird und sowas alles und dann halt eben.

00:23:06: Also noch von einem halben Jahr haben wir dann halt eben da zusammengesessen und gesagt, ach guck mal.

00:23:11: also jetzt stehen auf einmal die ersten Löcher wieder irgendwo in der Woche.

00:23:17: Ja gut das konnten wir vorher schon.

00:23:19: aber wo du dann halt auch mal Wo du das nicht zelebrierst, dass du das Moment als paar Zeit hast.

00:23:26: Sondern wo du halt eben sagst naja hoppala also der eine ist da und der andere es ist woanders ne?

00:23:32: Und jetzt hast du also keine Ahnung mal drei Stunden oder fünf stunden am tachzeit.

00:23:37: Und kannst sich gemeinschaftlich beschäftigen oder halt eben auch einfach für dich ganz alleine mal beschäftigen.

00:23:44: Also ich mache das ganz gerne mal, dass ich dann also auch mal ein Wochenende weg bin und so.

00:23:49: und gesteht das logischerweise meiner frau auch zu.

00:23:52: Das ist immer so, die sagen umwobene me time.

00:23:57: Aber wenn diese Dinge dann auf einmal so entstehen wundest du dich ja schon?

00:24:02: Und genauso wunder ich mich dann, wenn das Thema dann halt eben meine Eltern auf einmal um die Ecke kommt, was ich zumindest ehrlicherweise echt verdränge oder verdrängt habe bis zu dem Moment wo es sehr konkret war.

00:24:16: Du beschäftigst dich nicht damit.

00:24:17: Du hältst, wie gesagt deine Eltern für die Superhelden im Anzug einen Durchschnitt.

00:24:22: Ist bei denen einfach nur eine Durchgangsstation und dann trifft es dich dann halt eben auf einmal doch sehr spontan.

00:24:31: Es ist ein bisschen so wie wenn du einen Halbmarathon läufst und hast achtzehn Kilometer und denkst noch drei und freust dich schon ein bissel drauf dass dich mal wieder ausflogen kannst und dann sagt einer ja aber du hast noch ne Runde.

00:24:40: Das ist ein Marathon.

00:24:44: Ja das war's dann.

00:24:46: Aber da darf man ja auch genervt sein oder man darf ein bisschen darüber klagen, glaube ich.

00:24:55: Es gehört halt dazu und denke das Wichtige ist aber wie du sagst... Also es kommt darauf an wie viel Laster auf einen zukommt.

00:25:05: Vielleicht muss man diese Last erkennen.

00:25:08: Manchmal ist es so mal glaubt man kann's noch nebenbei machen irgendwie abends um zwanzig Uhr oder am Sonntagmorgen oder so.

00:25:14: Und wenn man dann erkennt, da ist dauerhaft eine Aufgabe.

00:25:17: Dann glaube ich besteht die Kunst darin diese wieder in seinen Alltag so zu integrieren dass man auch selber wieder zufrieden ist.

00:25:23: Dass es nicht aus einer Zusatzbelastung eine Zusatzroutine wird sondern eine verkraftbare Routine die du am Ende auch wieder gut eingebaut bekommst.

00:25:33: was auch immer an Arbeit und Pflicht mit rumkommt

00:25:36: Ja genau, gleichzeitig muss man glaube ich an der Stelle dann halt eben auch sagen oder sich wenig Gedanken darüber machen so in Richtung schlechtes Gewissen.

00:25:44: Also da kommt was auf einen zu, was man halt eben dann entsprechend abarbeiten oder bearbeiten muss.

00:25:54: aber es ist halt eben an der stelle auch nichts wo man dann sagen muss.

00:25:57: also deswegen plage ich mich jetzt mit dem schlechten gewissen durch die Gegend.

00:26:03: Es ist halt eben irgendwo, dass Menschen sterben.

00:26:05: Dass Eltern sterben ist normal und das Kinder ihre Eltern begraben ist glaube ich im größten Teil der Fälle so.

00:26:14: Das gehört sich so, dass die Natur halt... Ist es

00:26:16: schöner als anders?

00:26:18: Absolut!

00:26:20: Aber genau das ist das halt eigentlich normal und von daher ist es an dieser Stelle dann auch falsch.

00:26:31: Oder ich habe für mich an der Stelle dann halt eben einfach auch beschieden, dass es an der stelle dann falsch ist mir um alles dann halt im gedanken zu machen also ich bin dann halt immer auch nicht.

00:26:42: Ich will nicht sagen pausen klauen aber ich muss mich dann halt auch nicht um alles kümmern also nicht so das sich dann halt noch mal jemanden neu in der familie dabei haben den gab's hervorher schon Es ist dann halt eben jemand weg.

00:26:53: Ja, das ist richtig!

00:26:54: Das ist eine komplett neue Familien-Situation und du musst dich entsprechend darauf anpassen.

00:26:59: aber du musst den abgeschiedenen Part nicht ersetzen und zumindest nicht voll empfänglich.

00:27:07: Ich glaube es ist auch ganz wichtig da nach einer gewissen Phase einfach wieder ein normales einkern zu lassen auf einen Niveau einpenden und zu lassen, so wie du sagst.

00:27:23: Das ist halt eben als Bestandteil des Alltages dann mit eingeht hier.

00:27:29: Und ich glaube da kann man auch, also je nach Verhältnis kann man darüber reden und kann sagen... Also es kommt wieder darauf an wenn beide Eltern noch da waren und dann ist ein Elternteil übrig und ist die Erwartungshaltung dass man ersetzt oder nicht.

00:27:47: Man wird gewisse Aufgaben kriegen wahrscheinlich, sind noch Geschwister da kann man sich das aufteilen.

00:27:54: Das wichtigste ist glaube ich eine Gesprächsbasis dafür zu finden und dann zu überlegen was ist gut und was nicht?

00:28:02: Also ich sage dann auch relativ offen das und das kann ich jetzt mitmachen.

00:28:06: also das habe ich mir nicht ausgesucht.

00:28:10: und wenn es jetzt darum geht... Ist nicht bei mir der Fall.

00:28:13: aber ich konstruiere es mal ein Hobby weiter zu betreiben oder was weiß ich, sind irgendwelche Bienen da die vielleicht der Papa gemacht hat und jetzt nicht mehr kann weil er dann mal da ist.

00:28:25: Da würde ich mich immer davor hüten das dann fortzuführen.

00:28:30: sondern wenn dann so etwas zu Ende ist dann ist es auch zu Ende.

00:28:33: oder wenn da einen Rentner sich irgendwas aufgebaut hat wo man das Gefühl hat man muss das weitertragen.

00:28:39: ich glaube dass sollte man sich nicht rein quetschen lassen, wenn man es nicht von sich aus gilt.

00:28:44: Ich wollte gerade sagen also wenn das ein Thema ist wo du eine gewisse Verbindung zu dem Elternteil verspürt hast und auch den Bedarf hast, das weiterzuführen, dann ist es vollkommen legitim, keine Ahnung so einen Kleingartenverein vielleicht so ne Parzelle oder sowas, aber wenn du damit halt eben keine Verbindung hast am besten noch irgendwie ne größere eine große Entfernung dahin, um dein Bienenvolk zu nehmen.

00:29:14: Wenn ich mit Bienen nichts am Hut habe dann ist das sicherlich ein Thema wo ich glaube man muss sich einmal schütteln und die Frage beantworten wie hätte es der Elternteil gerne gelöst bekommen wenn klar ist dass das nicht endet?

00:29:34: Und dann halt eben vielleicht mit dem guten Gewissen an der Stelle raus geht und sagt okay, ich lass die Bienen nicht verkommen.

00:29:45: Ich kümmere mich darum dass sie bei irgendeinem Imker unterkommen oder bei einem anderen Freizeitler.

00:29:52: Meistens ist das Hobby ja auch nie alleine und du findest relativ schnell jemanden.

00:29:57: der da eventuell Interesse daran hat, ohne dass du da also wirtschaftliche Absichten dran hast.

00:30:02: Wo man dann aber einfach sagt das wäre jetzt in dem Sinne das gewesen wie es für meinen verstorbenen Vater meine verstorbene Mutter am Ende okay gewesen wäre wo ich dann halt eben dastehen kann und sagen kann ja meinst du es nicht?

00:30:17: Aber ich habe's in deinem Sinne gelöst.

00:30:20: Das gilt auch im größeren Maßstab.

00:30:22: wie gesagt wenn irgendein Betrieb existiert hat oder Wenn die Eltern ein Business und Geschäft aufgebaut haben, dann sind die Kinder ja auch nicht dazu verdammt das unbedingt weitermachen zu müssen.

00:30:39: Natürlich ist es geschickt sich im Vorfeld gemeinsam darüber Gedanken zu machen.

00:30:43: wenn's einen überrascht muss man sich selber sortieren.

00:30:47: aber da kommt noch mal eine Dimension ins Leben rein.

00:30:56: Also ich empfahre sie als sehr challenging und... Ich würde fast dazuschreiben, da wird man nochmal richtig erwachsen.

00:31:04: Weil immer aus der Kinder... In die Kinderrolle kann man nicht mehr zurück.

00:31:09: Du bist

00:31:10: dann halt eben der Älteste, ne?

00:31:12: Genau, genau!

00:31:13: Jetzt kommst du wieder auf die Geschwister so ein bisschen an.

00:31:14: vielleicht hat man noch große Geschwisters.

00:31:16: Dann können es anders sein.

00:31:18: bei uns ist jetzt oder bin ich der älteste aber... Du verlierst eine Rolle.

00:31:26: Also ich würde schon sagen, dass wenn beide Elternteile sterben verlierst du die Kinderrolle.

00:31:31: Absolut ja

00:31:33: und bist dann auch mit dem was übrig ist musst du klarkommen.

00:31:43: Da wächst du noch mal dran und da wirst du nochmal erwachsener als du vielleicht erwachsen gemeint oder als Du vielleicht dachtest Du wirst mit achtzehn Erwachsenen wenn Du ausziehst mit vierundzwanzig.

00:31:52: Also so habe ich empfunden, das ist natürlich wahrscheinlich sehr subjektiv aber da ist eine Rolle die kann nicht ersetzt werden oder es ist ne Beziehung die kann net ersetzt werde?

00:32:05: Ja würde ich größtenteils mitgehen.

00:32:07: bei mir ist es halt eben noch noch sehr frisch.

00:32:09: von daher so ganz Teilen tue ich es noch nicht.

00:32:13: ja aber ich sehe schon ich bin bei uns auch der Größe oder der ältere von den beiden Nachkömmlingen und hab bei dem Streckenweise Gefühl, dass ich da ja es fehlt halt eben einfach eine Rolle.

00:32:30: Also unabhängig davon wie der wieder wieder Kontakt dann auch zuletzt dann vielleicht war über die letzten Jahre so wie du halt eben gerade gesagt hast wenn die Eltern dann halt eben so mal oberzeit alter sind ist das schon wieder angenehm wenn immer die Kinder dahin schieben kannst um selber was zu unternehmen.

00:32:46: aber ansonsten bist du damit ehrlicherweise nicht zu viel zu tun.

00:32:51: jetzt war bei uns also die räumliche Distanz auch noch relativ groß.

00:32:54: Das heißt, man hat einmal alle zwei Wochen telefoniert.

00:32:59: Das war dann halt eben schon so ein recht regelmäßiger Termin, wo ich dann angerufen habe und man dann also mal je nachdem was los war, dann meine halbe Stunde gequatscht hat.

00:33:07: Ja!

00:33:08: Ein-zwei Mal im Jahr bin ich dann also vorbeigefahren um einfach mal da zu sein.

00:33:12: aber ansonsten war das ja auch so ein Thema was halt eben einfach coexistiert hat neben deinem eigentlichen Leben.

00:33:17: und jetzt ist halt eben Jetzt ist halt eben quasi der eine Anker an der Stelle dann halt eben weg und das Thema rutscht halt eben dann auf einmal wieder deutlich näher dran.

00:33:27: Und muss halt eben irgendwie gefüllt werden, und dann hat ihm ja vermutlich durch mich in der Stelle wobei die Füllung dann halt so ein Stück weit meiner Definition überlassen ist.

00:33:41: Genau!

00:33:41: Das was du halt draus magst Also den konstruktiven Umgang damit finde ich gut, dass du gleich den Transfer herstellst und sagst wie ist es denn zwischen mir und meinen Kindern?

00:33:51: Das ist ja schon... Du bist ja schon sprung dann weiter.

00:33:54: Und sagst so will ich's nicht haben.

00:33:56: Ich glaube manche brauchen sehr lange bis sie den Schritt.

00:33:59: oder manche verstehen ihn vielleicht nie und sagen ich bin einfach in der Trauer so gefangen weil das Elternteil war so wichtig für mich die kommen vielleicht auch gar nicht zu weit und jetzt haste er auch jede Art Kinder Für uns leichter, weil wir müssen... also wir uns zwingt das Leben nach vorne zu schauen.

00:34:18: Ja

00:34:19: schön formuliert.

00:34:20: Andere verlieren nur den Anker und stehen dann alleine oder alleine oder ich soll noch sagen sind weniger Ansprechpartner da.

00:34:30: von daher ist es wahrscheinlich ein guter Tipp selbst wenn man jetzt keine Kinder hat dass man versucht den Blick nach vorn zu finden.

00:34:42: Auf der anderen Seite, der Blick nach vorne ist halt eben auch am Ende das was zieht.

00:34:45: Also wir sind ja nicht verstorben sondern wir sind hier quasi die Generation, die halt eben noch da ist, die noch gestalten kann, also nach unten Verantwortung hat und entsprechend noch viel gestalten können.

00:35:01: Ich meine es ist glaube ich relativ wichtig dann den Blick nach vorn zu haben ist da und in dem moment darf ich traurig sein und das darf mich also auch darüber hinaus dann halt eben traurige machen oder halt im beeinflussen.

00:35:16: Und prägen und du hast ja dann halt ihm auch so den quasi den todestag, ne?

00:35:23: Der der Geburtstag ist jetzt vorbei, den feiert er dann keiner mehr.

00:35:27: Du hast dann den Todestag, den du ja dann als wiederkehrenden Tag Bei dir einbauen kannst und ich halt eben genau daran erinnern kannst.

00:35:36: Aber das ändert ja nichts am Ende da dran, dass zwischen den tolles Tagen ja noch dreihundertsechzig andere Tage sind an denen du die Möglichkeit hast oder an denen ich die Möglichkeit habe mich halt eben entsprechend zu entwickeln meine Kinder zu entwickelten und halt eben dann also auch der Rest der Familie.

00:35:51: Ja und es ist ja die Hauptaufgabe sehr dein Leben.

00:35:55: natürlich warst du bei dem anderen Leben warst Du ein Teil von und es war sehr auf dich ausgerichtet.

00:36:02: vermutlich oder hoffentlich ist es in den meisten Fällen so, dass die Eltern sich um ihre Kids kümmern.

00:36:07: Und da ist es dann natürlich schwierig ein bisschen im luftleeren Raum zu sein.

00:36:14: aber bei mir sitze schon länger her und dieser luftlehre Raum fühlt sich wahnsinnig schnell.

00:36:21: in den meisten Fällen würde ich mal tippen sowas bei mir und dann geht das Leben auch weiter.

00:36:29: ja so würde

00:36:29: ich sagen Wann das Thema?

00:36:36: Ja, jetzt haben wir für die Folge nicht das leichteste Thema gewählt.

00:36:39: Aber ich hoffe mal, wir konnten ein paar Gedanken austauschen wo andere sagen ach ja, das sehe ich endlich oder seh' ich nicht so aber ich kann es nachvollziehen.

00:36:52: Das wichtigste denke ich ist drüber dass man...das wichtigste dabei ist, dass man drüber spricht und dass man so ein bisschen teilt weil ich glaube das ist Teil der Verarbeitung Ob man jetzt drinsteckt und gefordert ist, weil die Aufgaben so groß sind.

00:37:04: Es kann ja auch mal eine Pflege sein von jemanden oder wirklich jemandem beim Sterben länger zu begleiten.

00:37:12: Ich glaube das ist noch der schwierige.

00:37:14: Habe ich zum Glück nicht aber... Das ist bestimmt nochmal eine größere Herausforderung wenn man jemand über Jahre pflegen muss.

00:37:24: Oder wenn es einen plötzlich überrascht wird bei dir?

00:37:31: Es ist nicht das leichteste Thema, dass vielleicht was mitnehmen kann.

00:37:34: So würde ich sagen.

00:37:36: Ich finde es am Ende auch wichtig, einfach darüber zu sprechen.

00:37:41: Jetzt macht etwas bei mir, da halt eben dann noch einfach drüber zu sprechen und zu sagen, es ist eben genau kein Tabuthema.

00:37:49: Man muss nicht darauf warten sondern man kann sich ja dann auch vorab damit beschäftigen und auch darüber sprechen.

00:37:55: Und im besten Fall machen wir für sich selber so ein bisschen in der Zeit wo man in mehrseitigem Druck ist oder in so einer Extrem-Situation ein paar Gedanken zu und kann sich ein bisschen sortieren.

00:38:07: Und es dann einfach auch ein Stück vorbereitet, sei's jetzt im Bezug auf die eigenen Eltern oder sei es jetzt im bezug auf eine eigene Person?

00:38:17: Sehr gut!

00:38:17: Da haben wir glaube ich ne runde Sache.

00:38:21: Vielen Dank fürs Zuhören und wir hören uns beim nächsten Mal wieder!

00:38:27: Vielen Dank!

00:38:28: Mach's gut!

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